Kirche

An der Martinskirche 15
30449 Hannover
Küster Johannes Kufner
Tel.: 210 16 93


Gottesdienstzeiten

Gottesdienste feiert die St. Martinsgemeinde ab Januar 2013 regelmässig am Sonntag um 11 h. Die Gemeinde trifft sich von Palmsonntag bis Silvester in der St. Martinskirche, vom Jahresanfang bis vor Palmsonntag im Gemeindehaus in der Niemeyerstraße 16 (Winterkirche) zum Gottesdienst.

Barrierefreiheit

Die Kirche ist ebenerdig über eine kleine Rampe zugänglich. Das Gemeindehaus verfügt seit 2012 über einen Hebelift auf der Gartenseite.

St. Martinskirche: Baugeschichte und Ausstattung

Bereits 1285 gab es in Linden eine Kirche. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Kirche beschädigt, war dann baufällig und wurde schließlich 1727 abgerissen. Der Entwurf für die neu errichtete barocke Saalkirche stammte vom hannoverschen Hofbaumeister und Architekten Johann Christian Böhm (auch: Boehme: 1678-1730), der auch für den Bau der Orangerie in Herrenhausen verantwortlich war. Der heutige Turmbau wurde zwar im Zuge des barocken Kirchenneubaus im Jahr 1728 begonnen, infolge von Finanzierungsschwierigkeiten aber erst durch den Architekten Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) im Jahr 1854 mit einer neogotischen Turmspitze abgeschlossen. Die heutige Kirche wurde nach Zerstörung des barocken Vorgängerbaus im Zweiten Weltkrieg von 1955 bis 1957 nach Plänen des Architekten Dieter Oesterlen (1911-1994), Hannover, unter Einbeziehung der Reste historischer Bausubstanz - insbesondere des Turms - neu gebaut. Beachtenswert sind im Innenraum die aus Backstein gemauerte und plastisch gestaltete Altarwand, die Buntglasfenster, die Brüstung der Empore sowie der Taufstein von 1647 und ein Altarrelief mit einer Abendmahlsszene (um 1820) aus dem Vorgängerbau.
Das handwerklich gemauerte Backsteinrelief der Altarwand stellt die zwölf Tore des neuen Jerusalem nach der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament dar. Das Betonrelief der Emporenbrüstung zeigt Szenen aus dem Alten Testament, u.a.: Schöpfung, Arche Noah, Turmbau zu Babel, David mit der Harfe, Tanz um das goldene Kalb, Die beiden Tafeln des Gesetzes.
Entwurf und Ausführung der Buntglasfenster und Reliefs stammen vom Bildhauer und Maler Klaus Arnold (1928-2009), Karlsruhe.
Das Kruzifix auf dem Altar ist ein Werk von Franz Rickert (1904-1991), München.
Die Orgel (1963/65) auf der Empore stammt aus der Werkstatt von Paul Ott, Göttingen.
An der östlichen Außenwand hängt eine Skulptur des Bildhauers Kurt Lehmann (1905-2000), Hannover, die die Legende des Martin von Tour (316/317-397) zeigt: St. Martin teilt seinen Mantel mit einem Armen.
Älter sind die Fundamente des Kirchturms und die große "Lutherglocke" im Turm, eine der ältesten Kirchenglocken Hannovers.
Auf der einen Seite dieser Glocke ist Petrus mit dem Schlüssel zu erkennen, auf der anderen Seite Paulus mit dem Schwert. Die laut Inschrift 1483 gegossene Glocke diente vermutlich früher auch als Warnglocke bei Unwettern, denn sie trägt die Inschrift DEFUNCTOS PLANGO, VIVOS VOCO, FULGURA FRANGO - "Die Toten betrauere ich, die Lebenden rufe ich, die Blitze breche ich". Neben der im Geburtsjahr des Reformators Martin Luther gegossenen 1100 kg schweren Lutherglocke mit dem Schlagton f' hängen im Turm drei weitere kleinere Glocken aus dem Jahr 1959 (Töne: as', b', des'').
St. Martin Linden gehört zu den 10 von 38 nach dem Zweiten Weltkrieg in Hannover neu gebauten evangelischen Kirchengebäuden, die 2014/15 wegen ihrer architektonischen Bedeutung unter Denkmalschutz gestellt werden sollen.